Zille – ein unschlagbarer Klassiker

Zillen unterschiedlicher Größe je nach Bedarf waren über Jahrhunderte das universelle Fahrzeug für Personen und Warentransport auf der Donau.

Zille ist der Name für eine große Familie von – hauptsächlich aus Nadelhölzern gebauten – Wasserfahrzeugen, die im gesamten östlichen Alpenraum vertreten waren und teilweise noch immer sind. Noch in der zweiten Hälfte des 19 Jhdt. bewegte sich die Länge der großen Frachtzillen wie dem Kelheimer (Klobzille) bis zu 42 Meter. Für die unterschiedlichen Zillentypen entwickelten sich eigene Namen. Heute übersteigt die Länge der Zillen nur selten 10 Meter. Zillen sind noch im österreichischen und deutschen Donauraum anzutreffen.

Die Zille hat ihre Universalität ab dem 19. Jhdt in Konkurrenz mit den Dampf- und später den großen Motorschiffen verloren. In einigen Bereichen konnte sie sich ihre Stellung als bewährtes Donaufahrzeug erhalten. Dies hängt mit ihren hervorragenden Eigenschaften als Wasserfahrzeug zusammen. Die Zille liegt mit nur geringem Tiefgang sehr kippstabil im Wasser und verfügt über eine hervorragende Gleiteigenschaft, die bei einem Motorantrieb schon bei geringen Geschwindigkeiten zur Geltung kommt. Zillen sind zudem einfach konstruiert und im Vergleich zu anderen Booten preisgünstig. Als Baustoff kommen heute vor allem Lärche und Fichte zum Einsatz. Zillen verfügen über einen flachen Boden und niedrige gerade, dh nicht bauchige, schräg nach aussen verlaufende Seitenwänden. Die Zille spitzt sich beim Bug nach oben zu. Der Baustoff Holz, der flache Boden, der mit kufenartigen Leisten geschützt ist, sowie der nach oben verlaufende Bug erlauben ein gefahrloses Anlegen bei allen Uferbedingungen, ob flache Schotterbänke oder steile steinige Uferzonen. Je nach Zillentyp verjüngt sich auch das Heck, das aus dem Wasser ragt. Bug und Heck und die schlanke Form verleihen vor allem den kleinen Zillen bis heute ein schnittiges Aussehen. Die Zille in ihrer traditionellen Erscheinungsform hat sich einen festen Platz als Einsatzfahrzeug bei den freiwilligen Feuerwehren an der Donau erhalten: Die Standardmaße dieser Zille betragen: Länge sieben Meter, Bodenbreite 90 cm, Wandhöhe 43 cm, Gesamtbreite 125 cm.

Seit vielen Jahrzehnten werden Zillen mit einem sich nicht verjüngenden Heck und einem Spiegel (Spiegelzille) gebaut, der zur Befestigung eines Aussenbordmotors dient. Sie wird überwiegend als Freizeitboot verwendet.

Die Fähre Dürnstein hat sich als traditionsbewusstes Unternehmen dem Einsatz von Zillen mit historischem Anstrich verschrieben. Für die überfuhr bei Dürnstein standen über Jahrhunderte hindurch Zillen in Verwendung. Heute sind im Betrieb des Fährverkehrs und der Gelegenheitsschifffahrt bei uns zeitgemäß motorisierte Spiegelzillen im Einsatz. Wir schätzen die hervorragende Eigenschaften dieses Klassikers als sicheres, schnelles und überdies elegantes Wasserfahrzeug. Wir bringen Sie mit unseren Zillen an jede von Ihnen gewünschte Stelle an den Donauufern der Wachau. Fahrten zum Heurigen, ins Museum in ein gepflegtes Restaurant oder einfach nur Freunde besuchen? Probieren Sie eine Fahrt mit dem Klassiker auf der Donau!